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Tropische Regenwälder
zählen zu den herausragenden Oekosystemen
des Planeten, ein Ehrfurcht einflössendes
Gewirr von Leben für die einen, ein
unergründliches Puzzle mit mehr Fragen als
Antworten für die anderen. Sie
repräsentieren den Gipfel des Lebens auf der
Erde. Die vegetative Produktion ( 2 kg/m2/yr
) ist über doppelt so gross wie diejenige
der fruchtbarsten Wälder in gemässigten
Zonen, die Artenvielfalt schlägt alle
Rekorde und das gesamte System wird als der
wichtigste Regulator des Erdklimas
betrachtet, wofür wir immer zu Dank
verpflichtet sind.
Tropical rainforests, among which the Amazon
is the largest single tract on Earth, span
the globe between the tropics where rainfall
exceeds an average of 1500 mm per year (6
feet) and where temperatures do not drop
below an average of 17ºC throughout the year.
Die tropischen Regenwälder, unter denen der
Amazonas die grösste Einzelfläche bedeckt,
umspannen den Erdball zwischen den Tropen,
wo die durchschnittlichen Niederschläge 1500
mm pro Jahr überschreiten ( 1,5 m ) und wo
die Durchschnittstemperaturen nicht unter 17
Grad Celsius fallen.
Das Oekosystem ist völlig autonom und
benötigt nur den ständigen Einfall von
Sonnenlicht, um den Planeten im
Gleichgewicht zu halten, was wiederum die
restliche Welt mittels der vielen
untereinander verbundenen Netze von
Wechselwirkungen am Leben hält, Gewichte und
Gegengewichte, die ein ständiges Merkmal
dieser zwielichtigen Welt sind.
Pflanzen bilden die
Grundstruktur des Urwaldes, von denen alles
andere abhängt. Die Vegetation ist
grosszügig in Schichten angelegt ( siehe das
Diagramm gegenüber ), die obgleich sie nicht
so ohne weiteres beobachtet und definiert
werden können, doch existieren. Die
deutlichste Trennungslinie kann man ziehen
zwischen der “Beschirmung” - einer Schicht,
die total den Einflüssen der Sonne und des
Windes ausgesetzt ist - und dem Untergrund,
der im Vergleich dazu nur schwach beleuchtet
wird, obwohl er in Hinsicht auf die
Umwelteinflüsse Temperatur, Feuchtigkeit,
Wind usw. stabiler ist. Der Kontrast
zwischen diesen Mikroklimas kann enorm sein
und führt uns auf den Weg hin zur Erklärung
der Komplexität der Lebensformen, von denen
sich jede einzelne an eine einzigartige
Ordnung von Mikroklimas und Mikroökosystemen
innerhalb dieser einfügt.
Die Tiere sind ebenfalls von der Struktur
des Urwaldes betroffen. In den verschiedenen
Schichten ist die Verfügbarkeit von Nahrung
und den Möglichkeiten von Verstecken und
Fortbewegung sehr unterschiedlich. Zum
Beispiel kann ein Tier, das auf den
Baumkronen lebt, leicht grosse Mengen an
Pflanzennahrung ( Blumen, Blätter, Früchte
usw. ) bekommen, aber es muss Körperglieder
besitzen, die zum Klettern, Hängen, Springen,
Gleiten oder Fliegen von Baum zu Baum
geeignet sind. Im Gegensatz hierzu besitzen
die Bodenbewohner geringe oder keine
Kletterfähigkeiten und hängen grösstenteils
von der Nahrung ab, die von oben
herunterfällt.
Only recently has the treetop community of
plants and animals been a focus of interest
to biologists and it is proving to be
exceedingly rich in life. More than half of
all the forest's animals are now believed to
be arboreal (living in the trees) of which
the majority complete their entire
lifecycles without even approaching the
ground.
Erst vor kurzem ist die "Baumkronen-Gemeinschaft"
aus Pflanzen und Tieren in den Mittelpunkt
des Interesses der Biologen gerückt und es
wurde bewiesen, dass sie ausserordentlich
reich an Leben ist. Man glaubt nun, dass
über die Hälfte der Urwaldtiere Baumbewohner
sind, von denen die Mehrzahl ihren gesamten
Lebenszyklus vollenden ohne sich jemals dem
Boden genähert zu haben.
Die gesamte Zahl der Arten, die im
tropischen Regenwald beheimatet sind,
übersteigt unsere Vorstellungskraft. Im
Verlauf des letzten Jahrzehnts ist die Zahl
der Insektenarten, die vermutlich auf der
Erde leben, dank der intensiven
Forschungsbemühungen, die sich nun auf die
Tropen konzentriert haben, von nur 2
Millionen auf 30 Millionen oder noch mehr
gestiegen.
Die Erklärungsversuche für diesen
Artenreichtum sind zahlreich und schliessen
sich gegenseitig nicht aus. Im allgemeinen
stellen die Theorien die Hypothese auf, dass
die Tropen im Laufe der Jahrtausende ein
ziemlich konstantes Klima gehabt haben, so
dass die Flora und Fauna ihre Anpassung
nicht so sehr von den physikalischen
Bedingungen abhängig machen musste; dies hat
sie dazu befähigt, energischer untereinander
in Wettstreit zu treten. Dieses
Konkurrenzverhalten über einen langen
Zeitraum hinweg hat als Resultat besonders
ausgebildete Anpassungen erbracht, um den
Wettstreit zu verringern oder zu eliminieren,
was in kleinen physikalischen und/oder
zeitlich begrenzten Veränderungen bei
Pflanzen und Tierenvölkern ihren
Niederschlag und in letzter Zeit mit der
Herausbildung seperater Arten ihr
vorläufiges Ende gefunden hat. Man hat
herausgefunden, dass bei Organismen unter
diesen Umweltbedingungen ein hoher
Spezialisierungsgrad normal ist. Das
gleichmässigere Ambiente hat wohl auch zu
einer geringeren Aussterberate im Vergleich
zu den härteren Bedingungen in höheren
Breitengraden geführt, wo die Schwachen oder
mangelhaft Anpassungsfähigen schnell
ausgerottet werden.
Es ist eine der Paradoxien der
Tropenökologie, dass, obgleich die Regenwald-Vegetation
überschwenglich erscheinen mag, deren
Vorhandensein kein Indikator für hohe
Bodenfruchtbarkeit darstellt; im Gegenteil,
diese Böden gehören zu den nährstoffarmsten
der Welt. Diese Tatsache lässt sich jedoch
erklären, wenn man die Zeitspanne bedenkt,
während dessen die Pflanzen aktiv um
Nährstoffe in dieser Umgebung gerungen
haben. Es gibt Regenwälder seit ungefähr 125
Millionen Jahren. Die Zeitspanne, welche
gegenwärtig existierende Urwaldflächen
durchlaufen haben, kann man deshalb nur in
Jahrmillionen messen; während dieser Zeit
waren die Pflanzen einem immer härteren
Wettstreit um Bodennährstoffe ausgesetzt, so
dass ihr Anpassungsprozess zum Erlangen
dieser Nährstoffe ständig in einem solchen
Ausmass geschehen ist, dass heutzutage die
Nährstoffe, die in einem toten Blatt auf dem
Waldboden gespeichert sind, direkt von der
Pflanze wiederaufgenommen werden können,
ohne dass sie Teil des Mineralbodens
geworden sind. 95 % der gesamtem Nährstoffe
sind in der lebenden Materie gespeichert.
Das Wiederverwenden von Nährstoffen von
etwas Abgestorbenem ist schnell und äusserst
effizient.
Der Mangel an Nährstoffen und die
nährstoffarme Bodenbeschaffenheit, typisch
für die Tropen, bedingt eine extreme
Schwächung, sobald der Urwald-Deckmantel
abgetragen worden ist, und dies erklärt,
warum die Viehzucht auf den meisten
tropischen Waldböden nicht nachhaltig Erfolg
hat und permanente Narben auf einem Land
hinterlässt, das effektiv nicht mehr vom
Urwald wiederaufgeforstet werden kann,
letztendlich wegen seiner eigenen Effizienz. |