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Gold!!

Im Jahr 1558 wurde in den Quellgewässern des Tambopata-Flusses, in der Nähe der heutigen Stadt San Juan del Oro in Puno Gold entdeckt. Später wurde auch in benachbarten Flüssen wie dem Inambari Gold entdeckt, und das Goldfieber verbreitete sich schnell diese Flüsse hinunter bis zum Madre de Dios.

In Madre de Dios findet man das meiste Gold im Schwemmland der derzeit existierenden und vormaligen Flussläufen. Heutzutage wird es manuell unter Benutzung kleiner Wasserpumpen oder in grösserem Stil mit motorisierten, schwimmenden Baggern, Bulldozern und Kränen ausgegraben, jedoch alle gegenwärtigen Methoden hängen vom Quecksilber beim Trennungsprozess ab ( siehe Diagramm ).

Die Goldgewinnung in Madre de Dios erlebte Mitte der 70-er Jahre aufgrund des Anstieges des weltweiten Goldpreises ihren Höhepunkt. In heutiger Zeit arbeiten etwa 10.000 Menschen in der Goldindustrie, dieMehrzahl von ihnen sind junge, männliche Wanderarbeiter aus den Anden, die während der Trockenzeit ankommen, wenn die Flussstände niedrig und die Bedingungen optimal sind.

Im Schnitt werden jährlich 20 Tonnen Gold in Madre de Dios abgebaut und die Reserven werden auf 1000 Tonnen kalkuliert, obwohl nur ein Bruchteil davon leicht zugänglich ist.

Oekologische Konsequenzen des Gold-Bergbaus
Die Benutzung von schwimmenden Baggern hat nicht nur die Zerstörung von Flussbänken zur Folge, sondern vermehrt die Schlammablagerungen in den Flüssen beträchtlich, was zu einer nachhaltigen Schädigung der Fischpopulationen führen kann.

In Zonen, wo der Wald alte Flussläufe zurückgewonnen hat und an Ox-box-Seen, die reich an Schwemmgold sind, findet eine Abholzung in grossem Stil statt und die oberen Bodenschichten werden weggewaschen. Das Resultat ist eine rote Wüste, wo die Erde so in Mitleidenschaft gezogen worden ist, dass keine Saat mehr wachsen kann.

Pro Jahr werden in Madre de Dios ca. 40 Tonnen Quecksilber für den Abbau-Prozess verwendet. Eine unkalkulierbar grosse Menge davon verschwindet im Boden und in den Gewässern des Urwaldes und eine weitere Menge verdunstet während des Reinigungsvorgangs und fällt als Quecksilber-angereicherter Regen auf die benachbarten Waldflächen. Quecksilber überdauert lange Zeiträume in der Umwelt, kann leicht in die Nahrungskette eindringen und vergiftet langsam viele Organismen, speziell die oben in der Nahrungskette angesiedelten Fleischfresser wie z.B. die Riesenfischottern, Jaguare und auch Menschen.

Die Goldgewinnungsmethode, die auf dem Malinowski-Fluss angewendet wird

1. Eine Gruppe von 6 Personen handhabt die schwimmenden Lastkähne, vor Ort als “Dragas” bekannt, von denen es 40 Stück auf dem Malinowski-Fluss gibt. Eine grosse Dieselmotor-Pumpe und ein Kompressor werden in Verbindung mit einer Tauchvorrichtung benutzt, um die Flussablagerungen auf die Barkasse zu saugen. Die Sedimente werden über eine Reihe von Teppichen, die mit kleinen Borsten bedeckt sind, bewegt. Diese ganz feinen eingefangenen Sedimentpartikeln enthalten Gold. Im Schnitt werden am Tag 18 Stunden auf den Barkassen gearbeitet.

2.Nach Ablauf von ungefähr 9 Stunden wird die Pumpe abgeschaltet und die Teppiche werden in langen 50-Gallonen-Trommeln zum Auswaschen hineingelegt. Nachdem die Teppiche von ihren Ablagerungen abgewaschen worden sind, wird eine Aufhängung in der Trommel befestigt und das überschüssige Wasser herausgesaugt.

3.Zu den grösseren Ablagerungsteilchen am Trommelboden wird flüssiges Quecksilber hinzugefügt. Dieses Metall verbindet sich gut mit Gold und eine Verbindung ist schnell hergestellt, welche, weil sie schwer ist, auf den Boden der Trommel sinkt.

4.Das Quecksilber und die Sedimentteilchen werden stark umgerührt, um sicherzustellen, dass das ganze Gold mit dem Quecksilber in Kontakt kommt.

5.Teilchen der Sediment-Verbindung werden zu einem kleineren Behälter gebracht. Wasser wird hinzugefügt und mit einer Schüttelbewegung wird das übriggebliebene Sediment herausgefiltert und es bleibt ein dicker, schwerer Rückstand einer Gold-Quecksilber-Verbindung.

6.Die Ablagerung wird auf ein langes Stück Tuch gelegt und ausgewunden. Ueberschüssiges flüssiges Quecksilber wird ausgeschieden und kann wiederverwendet werden.

7.Die Ablagerung wird dann auf eine hitzeresistente Platte gelegt, die vollständig von unten und oben erhitzt wird. Quecksilber hat einen wesentlich niedrigeren Siedepunkt als Gold und das gesamte Quecksilber verdampft zusammen mit allen Unreinheiten im Gold. Nach ein paar Minuten bleibt als einzige Substanz 24-Karat-Gold.

Das meiste Gold wird an Mittelsmänner in Puerto Maldonado oder Cusco zu ungefähr 85 % des Weltmarktpreises verkauft.